Bücher aus dem Verlag Die Furt

AutorenKontakt750 Jahre Frankfurt (Oder)antiquarische Bücher

Dietrich Koch
Immer voran?
Bekenntnisse eines Stadtplaners

Dietrich Koch, Jahrgang 1937, langjähriger Chefstadtplaner im ehemaligen DDR-Bezirk Frankfurt (Oder) und nach der Wende bis zu seinem Ruhestand als leitender Mitarbeiter in einem Landesinstitut für Stadtentwicklung und Wohnen für das Land Brandenburg tätig, erzählt aus seinem normalen privaten und beruflichen Leben, in dem es dennoch verrückt genug zuging um spannend zu sein

Über vier Zeitepochen hinweg, geprägt durch die unterschiedlichsten politischen und sozialökonomischen Bedingungen, schildert er persönliche Erlebnisse und Episoden und aus seiner Sicht die gesellschaftspolitischen Hintergründe der Zustände und Ereignisse in der DDR und in der Gegenwart.
Wie erlebt ein achtjähriger Junge das Kriegsende und die schlimmen Jahren nach dem Krieg? Wie wurde man Stadtplaner in der DDR? Warum wurden die Plattenbausiedlungen so wie sie sind? Wie kam der Lada-Kotflügel über die Mauer und wer konnte sich West-Kaffee leisten? Wie meisterte man die Folgen der Wende? Auf welche Weise wird heute Stadtentwicklungspolitik gemacht? Ist das Leben jetzt wirklich besser oder nur anders geworden?

Mit persönlichen Antworten auf derartige Fragen charakterisiert er ein Stück Zeitgeschichte. Hinter das Motto seines Lebens "Immer voran"hat er ein Fragezeichen gesetzt, um die Nachdenklichkeit über die Wahl der richtigen Alternative zu symbolisieren, die ihm bei allen Handlungen geboten schien. Auf Grund der interessanten Erzählweise und verständlicher Sprache auch bei nicht alltäglicher fachlicher Materie ein Buch für jedermann, sowohl für den Fachmann – Stadtplaner, Architekten – als auch für den interessierten Laien.

Dietrich Koch: Immer voran? Bekenntnisse eines Stadtplaners. 1. Auflage 2005. Broschur, 204 Seiten mit zahlreichen Abbildungen, Format 14 x 20,5 cm.
Preis 16,80 Euro       ISBN 978-3-933416-53-7






Rezensionen Dietrich Koch: Bekenntnisse eines Stadtplaners



Wie man in der DDR zur Schrankwand kam
Angefangen zu schreiben hat Dietrich Koch eigentlich aus Langeweile und überhaupt nicht mit dem Gedanken, daraus ein Buch zu machen ... Dietrich Koch begann, sein Leben aufzuschreiben, angefangen von der Geburt und den ersten Kinderjahren über den Krieg und dessen Ende, das er als Achtjähriger erlebt, die Rückkehr nach Frankfurt, Schule, Abitur, Familie bis hin zu seinen beruflichen Erfahrungen und Erlebnissen.
Es ist auf diese Weise auch ein politisches Buch geworden. Denn natürlich setzt sich der Autor anhand seiner Lebenserinnerungen auch mit den Zeiten und gesellschaftlichen Verhältnissen auseinander ... "Du hast doch was zu sagen, etwas, das andere so ähnlich erlebt haben oder mit dem sie sich auseinandersetzen können", hörte er mehrfach ...

Koch schreibt über Städtebau in Frankfurt, Schwedt und Eisenhüttenstadt zu DDR-Zeiten, reflektiert Auseinandersetzungen zu architektonischen Fragen und dem Wohnungsbauprogramm, das vor allem auf schnelles und kostengünstiges Bauensetzte. Er beschreibt aber auch die Mangelwirtschaft von einst und wie man als DDR-Bürger darin trotzdem zu begehrten Dingen kommen konnte, etwa dem Ersatz für das kaputt gegangene Thermosfenster, den Farbfernseher oder die Hellerau Schrankwand ...
Karin Sandow, Märkische Oderzeitung – Frankfurter Stadtbote vom 28.12.2006




Bekenntnisse eines Stadtplaners
Bekenntnisse verweisen gewöhnlich auf Schuldgeständnisse, auf Reue und Zurücknahme. Wenn die Bekenntnisse eines Stadtplaners zudem mit dem Bild eines recht uniformen Neubauviertels illustriert sind und dem "mmer voran" des Titels ein dickes Fragezeichen folgt, vermutet der geneigte Leser dahinter wahrscheinlich eine harsche Kritik am Bauen in der DDR. Weit gefehlt!
Dietrich Koch, über Jahrzehnte Chefarchitekt für Stadtplanung im ehemaligen Bezirk Frankfurt (Oder) und nach der Wende bis zu seinem Ruhestand als leitender Mitarbeiter in einem Landesinstitut für Stadtentwicklung und Wohnen tätig, vermittelt in seinen Erinnerungen an "ein fast erfülltes Leben" das Bild einer zwar überaus konfliktreichen, aber letztlich auch befriedigenden Arbeit zum Wohle der Gemeinschaft.
In seinem im Jacobsdorfer Verlag Die Furt erschienenen Buch verbindet der Frankfurter seine Biografie auf berührende Weise mit dem Schicksal seiner Heimatstadt. Er hat Frankfurt-Nord nicht nur geplant und mit seinem Kollektiv dafür den Architekturpreis erhalten, er hat 28 Jahre auch hier "in der Platte" gewohnt und am eigenen Leib nachempfinden können, ob die Intentionen der Stadtplaner mit der Realität übereinstimmen.
"Immer voran?" – so befragt er kritisch das DDR-Wohnungsbauprogramm wie seinen eigenen Anteil daran. Der Vergleich seiner Karriere n der DDR – übrigens ohne Parteibuch – mit den heutigen Maximen für das Bauen und Wohnen kommt ohne Einseitigkeiten aus. So befördert Kochs Buch das Nachdenken darüber, wie man leben soll, auch über die berühmten vier Wände hinaus.
Anni Geisler, Märkische Oderzeitung – Brandenburger Blätter vom 21.10.2006





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Bekenntnisse eines Stadtplaners
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