Bücher aus dem Verlag Die Furt

AutorenKontakt750 Jahre Frankfurt (Oder)antiquarische Bücher

Angela Kiefer-Hofmann
Vielleicht morgen
Geschichten vom Überleben 1945

Alle standen unter dem Eindruck der letzten Tage, hatten sich im Wesen verändert und ihre frühere Beredsamkeit verloren. Erst nach und nach begannen sie zu fragen und von ihren eigenen Erlebnissen zu erzählen auf ihren Wegen durch das Ende.
Alle standen unter Schock. Die Ungeheuerlichkeit dieses Verbrechens, das Entsetzen über die SS und der Schrecken seit dem Einmarsch der Sowjets; dazu die Flucht und die trostlose Rückkehr. Jede wusste etwas von der Mordnacht. Steinchen für Steinchen setzte sich ein Mosaik zusammen. Schon jetzt rankten sich Gerüchte und Mutmaßungen, Verdächtigungen, handfeste Schuldzuweisungen und viele Geheimnisse um die Vorgänge dieser Nacht.

Angela Kiefer-Hofmann: Vielleicht morgen. Geschichten vom Überleben 1945 2. Auflage 2012. 328 Seiten. Format 13,5 x 20 cm
Preis 18,00 Euro       ISBN 978-3-933416-83-4


Buchpremiere, Angela Kiefer-Hofmann, Fürstenwalde, Bad Saarow

Buchpremiere am 16. November 2008 in Bad Saarow


Leseprobe – Angela Kiefer-Hofmann: Vielleicht morgen

Zwei Schwestern
Das Jahr 1945 hatte begonnen. Von Schwiebus kommend ergoss sich über die Sternberger und Friedrichswiller Straße ein nicht enden wollender Strom aus Flüchtlingen und Militär durch Reppen; Personenautos, Laster, Omnibusse, hochbeladene Pferdewagen mit Planen aus Teppichen notdürftig überdacht, oft gelenkt von Zwangsarbeitern und besetzt mit Alten, Frauen und Kindern. Hinterdrein trotteten angebunden Kühe, Ziegen oder Fohlen. ... weiterlesen


...und dann wurde ich erschossen!
Geisterhaft und menschenleer lag Hartmannsdorf in der Nachmittagssonne. Ein warmer Regen hatte eben aufgehört, Wind strich leise durch die Wipfel der Linden an der Dorfstraße. Die Luft war mild und klar. Ein paar befreite Kühe standen herum, Stallhasen fraßen an Grasbüscheln vor den Gartenzäunen.
Mit leisem Quietschen öffnete sich ein Hoftor. Tischlermeister Friedrich Heide, einen Strauß roter Tulpen in der Hand, und seine Ehefrau Anna traten heraus. ... weiterlesen


Woennoplennyj
Anfang April 1946, als es nur zwanzig Grad hatte, erfror sich Hermann den vorletzten linken Zeh und handelte sich damit einen Wutausbruch des Natschalniks ein. Er brüllte etwas von Sabotage und Arbeitsverweigerung, ja sogar von Spionage und gipfelte in der Drohung, Hermann vors Kriegsgericht zu stellen. Das Nagelbett war dunkellila-gelblich am Abfaulen und Alexander, der deutsche Lagerarzt von Polga entschied: "Hermann, bevor sich der ganze Fuß entzündet, nehmen wir den Zeh ab. Sicher ist sicher. Komm" mal morgen früh, ich habe auch ein bisschen Äther.".. weiterlesen


Rezensionen – Angela Kiefer-Hofmann: Vielleicht morgen


Mit ihrem neuen Buch ... greift Angela Kiefer-Hofmann noch einmal in den Fundus einer 10-jährigen Recherche in den Dörfern und Gemeinden zwischen Oder und Spree mit der Frage: Wie war es damals in jener "Zeit der Wegelosigkeit?" ... weiterlesen
Frances Hurthe, Spreebote vom 22./23.11.2008


Vom ersten und zweiten Leben
Auf über 300 Seiten schildert die Fürstenwalder Autorin Angela Kiefer-Hofmann Erlebnisse der "kleinen Leute", die von ihr noch als Zeitzeugen befragt werden konnten ... weiterlesen
Elke Lang, Märkische Oderzeitung vom 18.11.2008




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